Sonntag, 12. Oktober 2014

Der heilige Hafen / 11

Jetzt wird es noch spannender: Es geht um Sex und Gebet! In diesem Ehebuch wird die Stelle aus 1.Kor.7,5 so ausgelegt, dass ein sexuell frustrierter Ehepartner Schwierigkeiten beim Beten bekommt, weil die Gedanken immer wieder in die andere Richtung abschweifen. Wird das sexuelle Bedürfnis jedoch regelmäßig gestillt, ist auch die nötige innere Ruhe möglich um sich ohne Ablenkung intensiv dem Gebet zu widmen.

Keiner soll sich dem Ehepartner verweigern, außer beide wollen eine Zeit lang verzichten, um für das Gebet frei zu sein. Danach kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht in Versuchung führen kann, weil ihr euch nicht enthalten könnt.

Scheinbar haben damals Eheleute enthaltsam leben wollen. Paulus sieht solche Enthaltsamkeit als etwas Gefährliches und gibt deshalb den Ratschlag es nicht übermäßig lang zu tun. Die Bibel ist, wie meistens, überaus realistisch und praktisch. Gott hat den Menschen mit seinem Sexualtrieb geschaffen und er soll und darf diesen im Rahmen der Ehe genießen und ausleben. Christliche Eheleute können ihrem Ehe- und Gebetsleben dienen, indem sie sich einander sexuell hingeben. Gott sieht uns ganzheitlich. Er unterscheidet nicht zwischen dem frommen Sonntagsgottesdienstbesucher und dem Liebhaber. Beides schließt sich nicht aus, sondern ergänzt sich sogar.

Das in einem christlichen Ehebuch so etwas überhaupt thematisiert wird, ist schon etwas kurios - oder? Aber scheinbar haben nicht nur im pietistisch geprägten Siegerland, sondern auch woanders auf der Welt Christen verquere Vorstellungen. Ich bin überzeugt, dass ihr diesbezüglich keine besondere Aufforderung benötigt. Doch ich ermuntere euch natürlich jetzt ausdrücklich euer Gebetsleben fleißig zu pflegen...

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